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Iran: Gescheiterter Auftakt im Atompoker

Posted on 25 February 2010 by Ali Fathollah-Nejad

Der Verhandlungsprozess zwischen dem Westen und dem Iran war in der Vergangenheit nicht von Erfolg gekrönt, vielmehr hat sein Misslingen zur Eskalation des Konfliktes beigetragen. Es war ein vorhersehbares Scheitern, der vom Westen bevorzugte »Zuckerbrot-und-Peitsche«-Ansatz setzte auf Letzteres, ohne das Erstere ernst zu nehmen. Durch die machtpolitisch forcierte rechtliche Diskriminierung Irans im sog. Atomstreit, perpetuiert von den den Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag (NVV) missachtenden Atommächten USA, Großbritannien, Frankreich und Israel, wurde mit der Konstruktion des Schreckgespenstes iranische, »islamische« Bombe politischer Druck auf Teheran erzeugt.

Nach acht Jahren der konfrontativen Bush-Politik, deren neokonservatives Säbelrasseln die Welt an den Abgrund eines Krieges mit Iran brachte, wurden an Obamas versöhnlichere Töne viele Hoffnungen geknüpft. Mit seiner Ankündigung mit Teheran in direkte Verhandlungen zu treten, wurde dann auch formal betrachtet ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen beiden Ländern eröffnet. Die erste Episode begann am 1. Oktober 2009, als in Genf Verhandlungen zur Beilegung des »Atomstreits« zwischen Iran und den G5+1 (den fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitgliedern und Deutschland) begannen.

Zu der strategischen Notwendigkeit für die USA, angesichts ihrer Kriege im Irak und in Afghanistan mit der Regionalmacht Iran direkte Gespräche zu führen, kam eine nuklearpolitische Dimension hinzu. [...]

Lesen Sie hier weiter.

QUELLE

Ali Fathollah-Nejad (2010) “Iran: Gescheiterter Auftakt im Atompoker”, in: Informationsstelle Wissenschaft und Frieden (Hg.) 2008: Yes we can – 2010: No I can’t? Ein Jahr US-Außen- und Militärpolitik unter Obama, Dossier Nr. 63, Beilage zu Wissenschaft und Frieden, Jg. 28, Nr. 1 (Februar). [Fertigstellung des Artikels: 5. Januar 2010]

About the article | “Iran: Failed Prelude to the Nuclear Poker” (in German) by Ali Fathollah-Nejad deals with Obama’s Iran policy after one year in office while focusing on the nuclear talks from the 1 October 2009 Geneva meetings until the end of the year. It was published in a supplement to the leading German peace research journal Wissenschaft & Frieden (Science & Peace) on Obama’s foreign and military policies.

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Dem Iran drohen im Atomstreit schärfere Sanktionen

Posted on 31 December 2009 by Ali Fathollah-Nejad

zenith

Im September bekamen jene Aufwind, die dem Iran vorwerfen, sein Atomprogramm zu verheimlichen. Teheran hatte nämlich angekündigt, dass eine zweite Uran-Anreicherungsanlage in Ghom gebaut wird, wovon die Öffentlichkeit bis dato nichts wusste. Bei ihrem Besuch hatte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Entwarnung gegeben, doch vieles spricht nun dafür, dass sich die USA und die EU über schärfere Sanktionen verständigen, die auch die Energieversorgung Irans tangieren. [...]

Der Artikel als pdf.

Das gesamte Heft ist im Zeitschriftenhandel erhältlich oder hier zu bestellen.

QUELLE

Ali Fathollah-Nejad & Miriam Shabafrouz (2009) “Dem Iran drohen im Atomstreit schärfere Sanktionen”, zenith – Zeitschrift für den Orient, Jg. 11, Nr. 4, S. 38–39.

About the article | In “Iran is Threatened with Harsher Sanctions” (in German), Ali Fathollah-Nejad and Miriam Shabafrouz (research fellow at the German Institute for Global and Area Studies, GIGA, Hamburg) discuss the ramifications of tigheting sanctions in terms of conflict resolution in the West-Iran stand-off and the political development of Iran. Exclusive statements have been gathered from Professor Volker Perthes (director of the German Institute for International and Security Affairs, Berlin),  Professor Henner Fürtig (sanctions expert and director of GIGA’s Institute of Middle East Studies) and Dr. Patrick Clawson (deputy director for research at the Washington Institute for Near East Policy, Washington D.C.). Published in zenith, one of the leading Middle East magazines in Germany.

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Die Obama-Administration im Umgang mit Iran

Posted on 20 November 2009 by Ali Fathollah-Nejad

Am 1. Oktober 2009 fanden sich zum ersten Mal nach 30 konfliktträchtigen Jahren hohe iranische und amerikanische Vertreter zu offiziellen Gesprächen in Genf ein. Zu solch einem Treffen kam es im Rahmen von Atom-Verhandlungen zwischen Teheran und den sog. «5+1» (die fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitglieder und Deutschland). Während der neue US-Präsident Barack Obama über einen «konstruktiven Beginn» sprach, äußerte sich seine Außenministerin vorsichtiger. Hillary Clinton trat noch als Befürworterin von «lähmenden Sanktionen» in Erscheinung – eine Forderung, die von Falken der beiden großen Parteien erhoben wird. Ende Oktober setzte der US-Kongress eine Verschärfung von Iran-Sanktionen durch, zu der v.a. die Ausweitung von unilateralen, extraterritorialen Sanktionen gehört, die Firmen bestrafen soll, die Benzin in den Iran exportieren oder bei der Entwicklung der maroden iranischen Ölraffinierungsindustrie beteiligt sind. Dem Präsidenten werfen diese Gegner einer Normalisierung der Beziehungen zum Iran «Appeasement» vor. Das Außenministerium stand den Sanktionsverschärfungen ablehnend gegenüber. Dass nun Obama sein Wahlversprechen, die US-Supermacht wolle ohne Vorbedingungen mit Teheran sprechen, eingelöst hat, hat einerseits einen klaren realpolitisch motivierten Hintergrund. Andererseits jedoch besteht keine Gewissheit darüber, dass dieser realpolitische Kurs vollends weiterverfolgt wird. Wie die o.g. Sanktionsverschärfungen illustrieren, liegen dafür die Vorstellungen jener in Washington maßgeblich einflussreichen Gruppen zu sehr auseinander. Eine andere bedeutende Frage ist, was für Auswirkungen Vorgänge, die im wertfreien Raum der internationalen Politik von statten gehen, auf etwa die iranische Zivilgesellschaft haben.


Link für Dateidownload folgtmehr als PDF

QUELLE

Fathollah-Nejad, Ali (2009) Die Obama-Administration im Umgang mit Iran: Von Risiken und Chancen für Frieden und Demokratie, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS Standpunkte, Nr. 21/2009), November.

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Wenn das Rationale den Blick für Lösungen frei macht

Posted on 10 November 2009 by Ali Fathollah-Nejad

WeltTrends

Der Iran ist kurz davor sich atomar zu bewaffnen, womit er nichts Geringeres als den
Weltfrieden bedroht. Solch einer Version des Konflikts mit Teheran entgegnet der Strategie‐
Experte Christoph Bertram: „Es ist Zeit, uns die Augen zu reiben und uns zu fragen, ob dies eine
stichhaltige (sound) Analyse oder kollektive Konfusion ist“ (S. 9). Seine Schrift, die anstelle von
Konfrontation, Kooperation mit dem Iran fordert, wurde im Mai 2008 auf Deutsch von der
Körber‐Stiftung und anschließend im August auf Englisch von dem Think‐Tank der
Europäischen Union, dem »European Union Institute for Security Studies« (EUISS) in Paris,
herausgegeben. Von Bertrams Nachfolger als Direktor der die Bundesregierung beratenden
»Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)«, Volker Perthes, erschien dann Mitte August eine
ähnliche Studie, die dieser auf der Grundlage eines Berichtes für die europäisch-nordamerikanisch‐
japanische »Trilateral Commission« verfasst hatte.

Den Rest lesen Sie hier (pdf).

QUELLE

Ali Fathollah-Nejad (2009) “Wenn das Rationale den Blick für Lösungen frei macht”, WeltTrends – Zeitschrift für internationale Politik, Jg. 17, Nr. 68 (SeptemberOktober), Online-Extra.

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What Middle East Policy to Expect from the New German Government?

Posted on 06 November 2009 by Ali Fathollah-Nejad

When Promising Ideas Threaten to be Buried in Transatlantic Waters

e-IR

PRAISE

»Great paper« (Professor Anoush Ehteshami, Durham University, UK)

»Very interesting« (Dr. Elaheh Rostami-Povey, London Middle East Institute)

»Very good« (Ahmed Ijaz Malik, Quaid-i-Azam University, Islamabad)

Last week, on 28 October, a new German government took office. A coalition of Chancellor Angela Merkel’s still ruling conservative Christian Democratic/Christian Social Union (CDU/CSU) with the pro-business Free Democrats (FDP) as junior partner replaced the Grand Coalition of conservatives (CDU/CSU) and social-democrats (SPD). While the new administration is faced with multiple socio-economic crises internally, on the external front the challenges are not less significant.

At a press conference held in Berlin a few days after the election outcome, prospective foreign minister Guido Westerwelle[1] refused to respond in English after a BBC reporter had asked him to do so. When, in quite a non-chalant manner, he added that “This is Germany here”, the field for polemics had been opened. Not only did speculations spark about the FDP leader’s supposedly missing English language proficiency (although one would hardly think that any of his predecessors did better – quite the contrary), the political leanings of a FDP-run Foreign Ministry entered the debate.

Pragmatic answers to Mideast challenges

In an interview[2] to the journal of the German Council on Foreign Relations (DGAP) – perhaps the most influential German foreign policy think-tank[3] –, Westerwelle’s statements were quite astonishing. On the war in Afghanistan, he pledged “to end every German military deployment as quickly as is realistically possible” while nonetheless echoing the highly controversial claim made by former Defense Minister Peter Struck (SPD) that Germany was being defended in the Hindu-Kush. Still he appeared more straightforward than many in the SPD or even the Green Party – who tend to succumb to a paternalistic “liberal interventionism” – when stating that the Afghanistan operation was not based on “altruism”.

On Iran, he recognized the central requirement of improving U.S.–Iranian relations and praised Obama’s “de-escalation” imprint as opposed to George W. Bush’s “policies of containment and escalation”. As a second key element, he pointed to the precarious security architecture both globally and regionally. The nuclear powers would need to cut their arsenals, thus following their obligations enshrined in the Non-Proliferation Treaty (NPT)[4]. “The more seriously the existing nuclear powers take their obligation to help create a world free of nuclear weapons, the greater credence they will have in the eyes of states like Iran, who [sic!] find the prospect of possessing a nuclear arsenal extremely tempting,” Westerwelle added.

He further pleaded for a regional approach to the manifold Middle East conflicts, modeled on the so-called Helsinki Process, the Conference on Security and Cooperation in Europe (CSCE), in the 1970s. For some years now, conflict researchers and international peace organizations have strongly advocated that a Conference on Security and Cooperation in the Middle East (CSCME)[5] be set as number one of the global political agenda. However, while the latter envisages civil society participation, Westerwelle’s suggestion comprises the involvement of the U.S., Russia and the UN.

Despite the unsatisfying details of his Middle East plan – which by the way underlines Berlin’s commitment to a two-state solution in the Israel/Palestine conflict –, there appears to be an improvement from past orientations. While the former Foreign Ministry headed by the SPD’s Frank-Walter Steinmeier proved to be quite disregardful of such an idea, the acknowledgement by the FDP, which over the last few years has consistently favored such an initiative, is without doubt a development in the right direction as how to handle the much-loaded Mideast crises.

The Coalition Agreement: Westerwelle’s foreign policy ideas enriched with a conservative flavor

The conceptions promoted by Westerwelle have indeed found their way into the Coalition Agreement[6] (pp. 121-122) – though enriched with a clear conservative handwriting. This is displayed when in Berlin’s official attempt to prevent Iran from acquiring nuclear weapons, the agreement states that the new government, along with its partners, would support harsher sanctions against Tehran if necessary. Such a political instrument was hardly favored by the FDP in the past which had been rather critical towards the Grand Coalition’s handling of the Iran dossier and Berlin’s unflinching insistence on the “carrot and stick” approach that after all proved to be a failure[7]. On the contrary, voicing the stark resentment from considerable branches of the industry, the Liberals criticized the government in Bundestag appellations[8] for imposing trade limitations on German companies, which went beyond the sanctions framework as mandated by UN Security Council resolutions.

Yet, in a speech at the London School of Economics and Political Science (LSE) on 22 October, the President of the Federation of German Industries (BDI), Hans-Peter Keitel, pointed to the fact that Washington would not wish to see the sanctions regime bypassed. This indicates that Germany still fears the U.S. Treasury Department’s warnings to be excluded from the vast American market if trade ties with Iran are being maintained. This happens while German entrepreneurs moan about losing the Iranian market while Chinese and American companies, directly and indirectly respectively, get increasingly involved there.

Providing a nice face for “Germany’s defense in the Hindu-Kush”

Nevertheless, the FDP’s fresh conceptions are likely to be counterbalanced by a strong transatlanticist camp within the much stronger Union parties. One of the latter’s exponents is the new Defense Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). The Bavarian aristocrat is a member of the DGAP, the Atlantik-Brücke (“Atlantic Bridge”), the Aspen Institute, and spokesman for his party’s Transatlantic Forum – all of which advocate a strict Atlantic orientation of German foreign policy. Being one of the most prominent[9] German politicians, Guttenberg is expected to provide a handsome image for the highly contested war in Afghanistan, which his predecessor, the sallow Franz-Josef Jung (CDU), plainly failed to do. Jens Berger, whose blog Der Spiegelfechter (“shadow boxer”) is amongst the country’s most read[10], writes[11]: „In Washington there is no single neoconservative think-tank in which the name Guttenberg would not prompt a pleasurable click on the tongue”. In the meanwhile, it is expected[12] that the policies around the “Afghanistan problem” will not be set in the liberal Foreign Ministry, but in the conservative Defense Ministry.

Hawks vs. public opinion: Militarization or security?

A definite darling of America’s neo-cons is Eckart von Klaeden, an Atlantik-Brücke executive committee member, who is the Foreign Policy Spokesman for the CDU/CSU Parliamentary Group. Known for his hawkish stances, he can be expected to lobby against any FDP initiatives trespassing the transatlantic framework. Despite a majority[13] of Germans favoring the Bundeswehr’s withdrawal from Afghanistan, Guttenberg[14] and Klaeden[15] have repeatedly favored the military engagement there – which the Obama Administration wants the Germans to even boost further. In December, the Bundestag will decide upon the continuation of its mandate for what euphemistically is often called “peace and stabilization mission”.

By currently providing about 4,500 troops in the no-longer calm northern areas of Afghanistan, Berlin finds itself as third largest troop contributor after Washington and London. It is now being discussed to increase the level of German troops to 7,000. This might reflect the country’s great-power aspirations, as Andreas Buro – one of the founding figures of the German peace movement – accurately notes[16]: “While the NATO states Canada and the Netherlands have announced their troops to be withdrawn already by 2010/2011, the Federal Government still adamantly adheres to the war alliance. Not because of Afghanistan, but because Berlin would like to distinguish itself as an important EU military pillar for the leading NATO power, the US.”

However big the political odds are – be it the CDU/CSU’s transatlantic hawks or America’s call for a rising engagement of her allies – a rational-pragmatic input by the FDP could constructively impact the foreign policy discourse in Europe’s largest country. One can hope that the insight gains in prominence that the only truly responsible way to help Afghanistan to free itself from this mess is to end the NATO war. That the latter provides an indispensable feature for the continued armed conflict in that war-torn country must not remain a historic lesson that only the Left Party and the peace movement have learned. Yet, it remains to be seen how successful the latter two can articulate public opinion and thus force the new government to abstain from a further militarization of Berlin’s foreign policy. Germany’s – and for that matter, any other NATO member’s – security is not defended in the Hindu-Kush, but jeopardized.


[1] See Cate Connolly, “German election: Guido Westerwelle sets sights on foreign ministry”, guardian.co.uk, 28 Sep. 2009.

[2]Guido Westerwelle’s Foreign Policy: Germany’s new foreign minister answers IP”, IP Global, 27 Sep. 2009.

[3] See James G. McGann, The Global “Go-To Think Tanks”: The Leading Public Policy Research Organizations In The World, Think Tanks and Civil Societies Program, University of Pennsylvania, Philadelphia, PA, 2008, p. 26 (Table No. 2).

[4] For the text of the NPT, see http://www.fas.org/nuke/control/npt/text/npt2.htm.

[5]CSCME: Number one on the world political agenda”, IPPNW.de, Initiated by IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) e.V. (Registered Association) and IALANA (International Association of Lawyers Against Nuclear Arms) Germany, 1 Feb. 2007.

[6] Wachstum. Bildung. Zusammenhalt. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP, 16th Legislative Period, enacted and signed on 26 Oct. 2009.

[7] See Christoph Bertram, Rethinking Iran: From Confrontation to Cooperation, Paris: European Union Institute for Security Studies (Chaillot Paper, No. 110, August 2008).

[8] See http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP16/121/12109.html.

[9] See e.g. “Beliebteste Politiker: Guttenberg zieht an Merkel vorbei”, FR-online.de, 24 July 2009.

[10] See http://www.deutscheblogcharts.de/archiv/2009-42.html.

[11] Jens Berger, “Deutschland wird Schwarz(Gelb): Der Koalitionsvertrag steht und die Versprechen des Wahlkampfs sind vergessen”, Telepolis, 24 Oct. 2009.

[12] René Heilig, “Bundeswehr bleibt an der Afghanistan-Front: Verbündete ziehen ab, Deutschland steht zum »Mittelweg« – was will Westerwelle?“, Neues Deutschland (Berlin),   22. Oct. 2009.

[13] See e.g. “stern-Umfrage zu Afghanistan: Deutsche für Abzug – und für Jung”, stern.de, 16 Sep. 2009.

[14] Karl-Theodor zu Guttenberg, “Afghans Respond Favorably to NATO Efforts in Afghanistan”, Atlantic-Community.org, 7 Jan. 2008.

[15] Eckart von Klaeden, “Afghanistan: Der richtige Einsatz” [Afghanistan Is Not Iraq – Germany Must Stay!], Die Zeit, No. 30/2009.

[16] Andreas Buro, “Abzug jetzt: Friedenspolitik statt Krieg” [Withdrawal Now: Peace Policy Instead of War], junge Welt (Berlin), 8 Oct. 2009, p. 8.

SOURCE

Ali Fathollah-Nejad (2009) “What Middle East Policy to Expect from the New German Government? When Promising Ideas Threaten to be Buried in Transatlantic Waters“, e-International Relations (e-IR), 4 November;

republished on Global Research, Montreal: Centre for Research on Globalization, 05/11;

republished on Foreign Policy Journal, 08/11;

republished on Iran Review, 08/11;

republished on Payvand Iran News, 16/11;

slightly edited version published on Monthly Review Webzine, 06/11/2009.

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„Die Kinder Adams sind aus einem Stoff gemacht“: Die iranische Zivilgesellschaft schützen

Posted on 14 August 2009 by Ali Fathollah-Nejad

Erklärung von 40 engagierten Wissenschaftlern

Die Kinder Adams sind aus einem Stoff gemacht,
als Glieder eines Leibs von der Schöpfung erdacht.

Sobald ein Leid geschieht nur einem dieser Glieder,
dann klingt sein Schmerz sogleich in ihnen allen wider.

Ein Mensch, den nicht die Not der Menschenbrüder rührt,
verdient nicht, dass er noch des Menschen Namen führt.

– Sa’adi (1210 – 1290)

Wenn wir uns gegen die Gewaltandrohung von außen an den Iran (im Atomkonflikt) aussprechen und vor einem Luftangriff warnen, können wir nicht bei der Gewaltanwendung im Iran selbst gegen die eigene Zivilgesellschaft schweigen. Denn die Solidarität mit der Zivilgesellschaft und eine Friedensordnung in der Region begründen das Hauptanliegen unserer Bemühung. Wenn wir die Sanktionen des Auslandes gegen das iranische Volk verurteilen, verurteilen wir umso mehr inländische Sanktionen gegen friedliche Demonstranten, Journalisten, Gewerkschaftler, Professoren, Studenten u.a. Dadurch entzieht sich die Regierung auch die eigene inländische Basis gegen die ausländische Bedrohung.

Wir wollen nicht nur einzeln, sondern auch als eine Gruppe von engagierten Wissenschaftlern unseren entschiedenen Protest gegen die brutale Niederschlagung von Demonstrationen und gegen die massenhaften Verhaftungen kundgeben und zum friedlichen Dialog mit der Zivilgesellschaft ermahnen. Wir fordern die iranische Regierung auf, alle politischen Gefangenen der letzten Wochen, darunter auch alle Professoren, freizulassen und gerade mit diesen als Moderatoren der Zivilgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht – Grundpfeiler der auch vom Iran unterzeichneten UN-Charta der Menschenrechte – werden heute im Iran massiv verletzt.

Wir erinnern daran, dass der gegen Iran aufgebaute Belagerungszustand und die fortwährende Drohkulisse nun wieder auf fatale Weise vor Augen führen, wie sehr dadurch die Spielräume für eine demokratische Entwicklung beschnitten werden.

Gleichzeitig wenden wir uns gegen die unsachliche und vereinnahmende Darstellung der letzten Geschehnisse im Iran in einigen deutschen und internationalen Medien. Als Unterstützer der iranischen Zivilgesellschaft möchten wir die genuine Natur der Proteste der iranischen Demokratiebewegung betonen. Die Demonstranten, die sich aus allen gesellschaftlichen Schichten zusammenstellen, setzen sich für freie Wahlen und freie Meinungsäußerung ein.

Andererseits erzeugt gewisse Verwunderung, dass gerade diejenigen, die für lähmende Sanktionen und Präventivkrieg gegen den Iran warben, worunter die Zivilgesellschaft zu leiden gehabt hätte, plötzlich von der Solidarität mit dem iranischen Volk sprechen. Sie werden erst dann überzeugend, wenn Sie sich auch gegen die Sanktionen und Gewaltandrohung und für friedlichen Dialog in der Region einsetzen.

UnterzeichnerInnen:

1.       Dr. Behrooz Abdolvand, Freie Universität Berlin & Wissenschaftlicher Beirat von CASMII (Campaign Against Sanctions and Military Intervention in Iran)

2.       Prof. Dr. Gilbert Achcar, School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London

3.       Dr. Arshin Adib-Moghaddam, School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London

4.       Dipl.-Ing. Ahmad Ahgary, Gründungsmitglied des Vereins Iranischer Naturwissenschaftler und Ingenieure (VINI) in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin

5.       Prof. Dr. Mohammad Ala, Persian Gulf Taskforce & Iran Heritage

6.       Tariq Ali, Autor, London

7.       Dr. Katajun Amirpur, Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München

8.       Dr. Matin Baraki, Universität Marburg & Wissenschaftlicher Beirat von CASMII

9.       Angelika Beer, ex-MdEP & ehem. Präsidentin der Iran-Delegation des Europäischen Parlaments

10.   Reiner Braun, Juristen gegen Atomwaffen (IALANA) & Wissenschaftlicher Beirat von CASMII

11.   Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Dürr, Alternativer Nobelpreisträger 1987 & Schirmherr Internationale Münchner Friedenskonferenzen

12.   Prof. Dr. Hamid Dabashi, Columbia University, New York

13.   Prof. Dr. Abbas Edalat, Imperial College London & Campaign Against Sanctions and Military Intervention in Iran (CASMII)

14.   Ali Fathollah-Nejad, Universität Münster & Wissenschaftlicher Beirat von CASMII

15.   Prof. Dr. Sasan Fayazmanesh, California State University, Fresno

16.   Prof. Dr. Ali Gorji, Universität Münster

17.   Prof. Dr. Kai Hafez, Universität Erfurt

18.   Homeira Heidary, Leiterin des “Panorama Hindukusch”-Festivals, Kölner Filmhaus

19.   Foaad Khosmood, University of California, Santa Cruz & CASMII International Steering Committee

20.   Prof. Dr. Mohssen Massarrat, Universität Osnabrück & Wissenschaftlicher Beirat von CASMII

21.   Naz Massoumi, Campaign Iran, London

22.   Prof. Dr. Georg Meggle, Universität Leipzig

23.   Prof. Dr. Pirouz Mojtahed-Zadeh, Tarbiat-Modares-Universität, Teheran & Urosevic Research Foundation, London

24.   Daniel M. Pourkesali, US-Vorstand der Campaign Against Sanctions and Military Intervention in Iran (CASMII)

25.   Prof. Dr. Ahad Rahmanzadeh, Universität Bonn & Wissenschaftlicher Beirat von CASMII

26.   Sanaz Raji, University of Leeds & London School of Economics and Political Science

27.   Dipl. Päd. Jürgen Rose, Oberstleutnant der Bundeswehr, München

28.   Prof. Dr. Werner Ruf, Universität Kassel & Wissenschaftlicher Beirat von CASMII

29.   Tobias Pflüger, ex-MdEP (Die Linke) & Vorstand der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V., Tübingen

30.   Prof. Dr. Nader Sadeghi, George Washington University Hospital, Washington D.C.

31.   Prof. Dr. Muhammad Sahimi, University of Southern California, Los Angeles

32.   Dr. Sabine Schiffer, Gründerin und Leiterin des Institut für Medienverantwortung (IMV), Erlangen

33.   Dr. Yvonne Schmidt, Universität Graz & Wissenschaftlicher Beirat von CASMII

34.   Miriam Shabafrouz, German Institute of Global and Area Studies (GIGA), Hamburg

35.   Ali Shakeri, Vorstandsmitglied des Center for Citizen Peacebuilding, University of California in Irvine

36.   Siba Shakib, Autorin & Filmemacherin

37.   Prof. Dr. Albert Stahel, Universität Zürich & Wissenschaftlicher Beirat von CASMII

38.   Dr. Rainer Werning, Politikwissenschaftler & Publizist, Frechen

39.   Kaveh Yazdani, Universität Osnabrück

40.   Azadeh Zamirirad, Universität Potsdam

QUELLE

Die Erklärung wurde von den deutschen Tageszeitungen junge Welt (08./09.08.2009, S. 8 ) und Neues Deutschland (06.08.2009, S. 2, in Auszügen) veröffentlicht sowie online auf ZNet Deutschland (07.08.2009), im Magazin des Lebenshauses Schwäbische Alb (09.08.2009) und Das Palästina-Portal (13.08.2009).

Die englische Übersetzung erschien auf Monthly Review Webzine (05.08.2009), ZNet (07.08.2009), Informed Comment (08.08.2009), PULSE (09.08.2009), Payvand Iran News (09/08/2009), Revista Amauta (14.08.2009), Iranian.com (14.08.2009), Campaign Iran (15.08.2009) und wurde als Auszug in The Arabist (08.08.2009) dokumentiert sowie auf den Blog des National Iranian American Council (NIAC), niacINsight (09.08.2009), verlinkt.

Letzte Aktualisierung der UnterzeichnerInnen-Liste: 14. August 2009.

SOURCE

The statement apeared on Monthly Review Webzine (05/08/2009), ZNet (07/08/2009), Informed Comment (08/08/2009), PULSE (09/08/2009), Payvand Iran News (09/08/2009), documented as extract on The Arabist (08/08/2009) and linked at the blog of the National Iranian American Council (NIAC), niacINsight (09/08/2009).

The German original statement was published by the German dailies junge Welt (08-09/08/2009, p. 8 ) and Neues Deutschland (06/08/2009, p. 2, in excerpts), and online at ZNet Deutschland (07/08/2009), Das Palästina-Portal (13/08/2009) and the online magazine of the Lebenshaus Schwäbische Alb (09.08.2009).

Last update of the list of signatures: 14 August 2009.

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60 Jahre Nakba: Von ethnischer Säuberung zur Dekolonisierung?

Posted on 10 July 2009 by Ali Fathollah-Nejad

Im Februar fand an der Londoner »School of Oriental and African Studies« (SOAS) die wohl seit Jahren hochkarätigste internationale wissenschaftliche Tagung zum Nahostkonflikt statt. Unter dem Titel „Die ‚Nakba‘: Sechzig Jahre Enteignung, sechzig Jahre Widerstand“ diskutierten auf Einladung des »London Middle East Institute« über zwei Tage lang führende Wissenschaftler über so diverse Themen, wie die oftmals wenig beachtete palästinensische Geschichtserfahrung und Leidensgeschichte, die Geschichtsschreibung Palästinas und des Konfliktes mit Israel, sowie Facetten und Aussichten des nationalen Widerstands gegen die israelische Besatzung. Ebenso zur Sprache kamen der einen Monat zurückliegende israelische Waffengang in Gaza und Möglichkeiten und Wege einer gerechten Lösung des nun über sechs Dekaden schwelenden Konfliktes, dessen Beilegung allerorten als zentral für eine Befriedungsdynamik in der gesamten Region des sog. Nahen und Mittleren Ostens erachtet wird. [...]

QUELLE

Ali Fathollah-Nejad (2009) “60 Jahre Nakba: Von ethnischer Säuberung zur Dekolonisierung?”, inamo Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten, Jg. 15, Nr. 58 (Sommer 2009), S. 56–60.

Das inamo-Heft Nr. 58 mit dem Schwerpunkt “Sudan” kann hier bestellt werden.

inamo58

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Statement by a Group of Iranian Anti-War Activists about Iran’s Presidential Elections

Posted on 08 June 2009 by Ali Fathollah-Nejad

We are a group of Iranian academic and antiwar activists in Europe and the United States who, in the past few years, have consistently defended Iran’s national interests in all areas including its right to develop peaceful nuclear technology. Our varied activities in the face of anti-Iran propaganda by the neoconservatives in the West have included organizing press conferences, taking part in radio and TV debates, creating antiwar websites, publishing bulletins and newsletters, writing opinion pieces and letters to editors, attending national and international antiwar conferences and  petitioning and lobbying western politicians and parliamentarians.

We have campaigned against the policies of the United States and its Western allies which have unjustifiably targeted Iran – including sending Iran’s nuclear dossier to the United Nations Security Council, issuing UNSC resolutions against Iran, secret and public efforts to provoke strife in Iran and destabilize the country, and threats by the United States and Israel for military intervention and bombing of Iran’s nuclear facilities.

As we approach Iran’s presidential elections, we are duty bound to share the lessons of our antiwar activities and highlight what national policies can defend Iran’s interests effectively in the international arena without isolating it or enduring U.N. sanctions.

In order to safeguard Iran’s national rights successfully, we think Iran’s president elect must give priority to the following policies in his programs and plans:

(1) Questioning the Holocaust, which has greatly aided the hawks in the West, must be discarded and replaced with a constructive foreign policy devoid of any provocative rhetoric.

(2) Releasing all political prisoners, freedom of press, organizations and political parties, as well as peaceful meetings and gatherings. Recognizing the right of all citizens to run for election without any political vetting.

(3) Abolishing medieval punishments, such as stoning and cutting limbs, public executions, and execution of minors.

(4) Recognizing full and unconditional equality in all areas for women and ethnic minorities. Recognizing the full citizenship and civic rights of official and unofficial religious minorities.

Disregarding these tasks will seriously hinder the social and political development of the country, and will divide the Iranian people in their resistance against the unwarranted neo-colonial pressure and double standards of the Western powers. It will also provide powerful propaganda tools to hawks and their allies in mainstream media for isolating Iran and denying its fundamental rights in international organizations.

Taking steps to carry out these measures, on the other hand, will put our country on a fast track to progress, will unite Iranians of all walks of life, and disarm the neoconservatives in their aggressive propaganda against Iran.

Signed

Professor Ervand Abrahamian, City University of New York
Dr Arshin Adib-Moghaddam, School of Oriental and African Studies
Professor Haleh Afshar, University of York
Professor Mohammad Ala, Persian Gulf Task Force
Professor Hamid Dabashi, Columbia University
Professor Abbas Edalat, Imperial College London
Ali Fathollah-Nejad, University of Muenster and School of Oriental and African Studies
Dr Mehri Honarbin, Canterbury Christ Church University
Dr Farhang Jahanpour, University of Oxford
Mohammad Kamaali, Campaign Against Sanctions and Military Intervention in Iran
Professor Mahmoud Karimi-Hakkak, Siena College, New York
Professor Fatemeh Keshavarz, Washington University in St Louis
Dr Ziba Mir-Hosseini, School of Oriental and African Studies
Professor Pirouz Mojtahedzadeh, Tarbiyat Modarres University
Professor Davood Nabi-Rahni, Pace University in New York
Professor Azam Niroomand-Rad, Georgetown University
Dr Ali Rastbeen, International Institute of Strategic Studies Paris
Dr Elaheh Rostami, School of Oriental and African Studies
Professor Nader Sadeghi, George Washington University Hospital
Shirin Saeidi, University of Cambridge
Professor Muhammad Sahimi, University of Southern California
Leila Zand, Fellowship of Reconciliation

SOURCE

Bayâniyeh-e grouhi az faâliyan-e zedd-e jang dar khârej az keshvar dar bâreh-ye entekhâbât-e riâsat jomhouri, Etemad-e Melli & Andisheh-ye No, 08/06/2009.

Statement by a Group of Iranian Anti-War Activists about Iran’s Presidential Elections, 08/06/2009, also published as Statement of Academics, Tehran Bureau, 08/06 | In Defence of Iran, guardian.co.uk, 10/06 | Monthly Review Webzine, 10/06 | Global Research, 10/06 | ZNet, 15/06.

Tahran’ı ‘temize çıkarmak’ için dört basit yöntem, Radikal, 12/06/2009.

Erklärung einer Gruppe von Antikriegsaktivisten an den künftigen iranischen Präsidenten, ZNet Deutschland, 14/06/2009 | republished as Aufruf einer Gruppe von Antikriegsaktivisten an den künftigen iranischen Präsidenten, Sand im Getriebe (SiG), No. 74 (28/06/2009) | short version published as Fortschritt statt provokativer Rhetorik, junge Welt (Berlin), 13/06, p. 8.

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Strategen uneins

Posted on 12 May 2009 by Ali Fathollah-Nejad

jW

Analyse. Gut vier Wochen vor den iranischen Präsidentschaftswahlen entwickeln die Berater der US-Regierung unterschiedliche Varianten für den weiteren Umgang mit dem ­geostrategisch wichtigen Land

Die University of Pennsylvania hat ein Ranking der führenden US-Denkfabriken erarbeitet. Auf den ersten drei Plätzen stehen die Brookings Institution, der Council on Foreign Relations (CFR) und schließlich die Carnegie Endowment for International Peace.1 Diese Think-tanks befassen sich mit der Frage, wie US-Interessen im Nahen und Mittleren Ostens am erfolgreichsten sicherzustellen sind, wobei dem Iran aktuell eine zentrale Aufmerksamkeit zukommt. Indessen unterscheiden sich ihre Sichtweisen merklich von jenen der Falken und Neokonservativen (siehe jW-Thema vom 16.3.2009) aufgrund ihres »realistischeren« Gehalts.

Schläge oder Koexistenz?

Ende 2008 veröffentlichten die Brookings Institution und der CFR einen Bericht mit Empfehlungen zur Nah- und Mittelostpolitik des neuen US-Präsidenten Barack Obama unter dem Titel »Restoring the Balance« (Wiederherstellung des Gleichgewichts). Das dieser Publikation zugrunde liegende Forschungsprojekt wurde von Brookings’ »Saban Center for Middle East Policy« geführt, das von Martin Indyk, dem Mitbegründer des Israel-Lobby-Think-tanks »Washington Institute for Near East Policy« (WINEP), geleitet wird. Mit dem Iran beschäftigen sich Suzanne Maloney und Ray Takeyh, die einen »Pfad zur Koexistenz« skizzieren und zur raschen Annäherung noch vor dem Wahlkampf zu den iranischen Präsidentschaftswahlen am 12. Juni 2009 aufrufen: Washington müsse den iranischen Staat eher als einen einheitlichen Akteur wahrnehmen als den Versuch zu unternehmen, verschiedene Fraktionen gegeneinander auszuspielen. Beide betonen: »Die Obama-Administration mag versucht sein, den einfachen Weg zu gehen, indem sie lediglich neue Rhetorik und bescheidene Verfeinerungen (modest refinements) des Zuckerbrot-und-Peitsche-Ansatzes anbietet, der ihre fünf Vorgänger scheitern ließ. Dies wäre ein Fehler.« Verhandlungen müßten auf mehreren, jedoch miteinander nicht verzweigten Ebenen geführt werden. Auf unteren Ebenen müßten diplomatische Beziehungen normalisiert werden mit dem Zweck, sich mit den innenpolitischen Dynamiken des Iran vertraut zu machen. Ferner müsse man in Washington verstehen, daß sich der Aufbau einer Beziehung zum Iran langwierig und mühselig gestalten und vom iranischen sowie regionalen Kontext abhängen werde. Daher müsse die US-Administration bereit sein, jede sich eröffnende Chance zu nutzen, aufkommende Krisen zu bewältigen und mit Sorgfalt durch die inneramerikanische Debatte sowie durch die Interessen und Befürchtungen ihrer Bündnispartner zu steuern. Ein neuer Beziehungsrahmen könne Teheran die Vorteile gegenüber seines bis dato praktizierten »Radikalismus« aufzeigen.

In einem weiteren Beitrag beschäftigen sich Gary Samore, oberster Berater des Präsidenten in Fragen zur Verbreitung nuklearer Waffen, und Bruce Riedel, der für Obama die Afghanistan- und Pakistan-Politik der USA prüft, mit den Aussichten eines über Atomwaffen verfügenden Iran. Zwar sei eine solche Möglichkeit nicht wünschenswert, doch würde Teheran eine Zurückhaltung praktizieren, so daß es z.B. unwahrscheinlich sei, daß Nuklearwaffen an Terroristen weitergegeben würden. Somit würde Iran sich wie andere Atommächte verhalten und dem gleichen Abschreckungssystem unterworfen werden können.2

Indyk und CFR-Direktor Haass, die als sicherheitspolitische Stabsmitglieder in früheren US-Administrationen bereits eine unnachgiebige Haltung gegenüber dem Iran gezeigt hatten, verfaßten auf der Grundlage dieses Berichts einen Aufsatz für die einflußreiche CFR-Publikation Foreign Affairs zu einer »neuen US-Strategie im Nahen und Mittleren Osten«. Sie plädieren dafür, aufgrund einer angeblich »verbesserten Situation« im Irak, den Fokus auf den Iran zu richten, wo »die Uhr für ein gefährliches und destabilisierendes Atomprogramm läuft«. Falls es Obama nicht gelänge, in vorbedingungslosen Verhandlungen das Teheraner Programm zu bremsen, müßten schärfere Sanktionen auferlegt werden. Obgleich ein Präventivschlag eine »unattraktive Option« sei, müsse er als letzter Ausweg in Betracht kommen.3 Während die Unterschiede zum von Maloney und Takeyh vorgeschlagenen Weg frappierend sind, fallen Parallelen zu der von »liberalen Falken« und Neokonservativen propagierten »Kapitulation-oder-Krieg«-Logik auf. Am 22. April 2009 hatte Außenministerin Hillary Clinton in einer Anhörung im Repräsentantenhaus die Vorstellungen ihres Iran-Beraters Dennis Ross wiederholt, indem sie im Falle des Scheiterns der Verhandlungen möglichst »straffe und lähmende Sanktionen, so wie wir sie wollen«, in Aussicht stellte. In der Vergangenheit hatte sie bereits ihre Skepsis deutlich gemacht, daß eine diplomatische Lösung erreicht werden kann.

Bereits im Sommer 2004 wartete der CFR mit einem Papier zum Iran auf, das den Titel »Zeit für einen neuen Ansatz« trug. Die damalige Taskforce wurde von Zbigniew Brzezinski (außenpolitischer Berater) und vom heutigen Verteidigungsminister Robert Gates geleitet und zählte den Iran-Experten Takeyh und Exbotschafter William Luers zu ihren Mitgliedern. Sie forderten ein »limitiertes oder selektives Engagement« in Sachen Iran, vor allem, um »entscheidende US-Bedenken« zu adressieren.4 Überdies sei ein »Regime Change« weder eine Option noch ein Lösungsweg. Und in der Tat kristallisierte sich mit den Verhandlungen über den Irak dieser »neue Ansatz« in der zweiten Amtszeit von George W. Bush heraus.

»Produktives Engagement«

Bei der Carnegie Endowment sind der Iran-Experte Karim Sadjadpour und der Proliferationsfachmann George Perkovich für die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen in der Iran-Frage betraut. Während ersterer die Notwendigkeit für einen US-amerikanisch-iranischen Dialog zu Fragen der gesamten Region betont, konzentriert sich letzterer auf die Modalitäten dieser Verhandlungen.5 Falls der Iran sich weigere, die Urananreicherung vorübergehend zu suspendieren, müßten, so Perkovich, die Sanktionen beibehalten und, wenn möglich, forciert werden. Doch um den Anreicherungsstopp tatsächlich zu erwirken, sollte man die Kriegsdrohung vom Tisch nehmen, da sie ohnehin keine internationale Unterstützung fände. Falls Teheran jedoch ein begrenztes ziviles Atomprogramm zugestanden werden sollte, dann müsse es jedoch in angrenzenden Themen (Israel, Hisbollah usw.) »Vertrauen schaffen«. Falls der Iran dann einwilligen sollte, »sauber zu werden« – gemeint ist z.B., daß der Iran umfassenden Zugang zu seinen Atomanlagen für IAEA-Experten gewährt –, dann müsse auch die »internationale Gemeinschaft«, gemeint ist die westliche, zum ersten Mal die Garantie aussprechen, daß die dabei erworbenen Informationen nicht »gegen den Iran« verwendet werden – sprich, nicht westlichen oder israelischen Geheimdiensten zur Verfügung gestellt werden.6 Iranische Diplomaten weisen in informellen Gesprächen auf die Gefahr hin, so vor kurzem der Proliferationsexperte Andreas Persbo, daß größere Transparenz kontraproduktiv wirke, da man dadurch nichts anderes tue, als den »Drachen zu füttern«. Die Frage bleibt aber offen, wie Perkovichs sinnvoller Vorschlag in eine wasserdichte Garantie umgesetzt werden kann.

»Echte Diplomatie«

Im November 2008 wurde das erste Empfehlungspaket vorgelegt, das sich deutlich von den bisherigen unterscheidet. Das dafür extra ins Leben gerufene »American Foreign Policy Project« (AFPP) versammelt 21 mit dem Iran vertraute Wissenschaftler, Experten und Diplomaten, die mit acht »Mythen« zum Iran aufräumen: 1. daß der iranische Präsident die Entscheidungsgewalt in der Atomfrage innehätte; 2. daß das politische System der Islamischen Republik zerbrechlich und somit für einen Regime Change reif sei; 3. daß die Religiosität der iranischen Führung diese gegen Abschreckung immunisiere; 4. daß Irans politische Führung den USA unerbittlich gegenüberstünde; 5. daß der Iran erklärt hätte, Israel »von der Landkarte zu tilgen«; 6. daß eine von den USA geförderte »Demokratieförderung« dem Land wahre Demokratie zu bringen helfe; 7. daß der Iran eindeutig entschlossen sei, Atomwaffen zu entwickeln und 8. daß der Iran und die USA keine Basis für einen Dialog hätten.

Nachdem die über drei Jahrzehnte praktizierte Strategie Washingtons, den Iran zu bedrohen, zu isolieren und mit Sanktionen zu belegen, gescheitert sei, wird nun hervorgehoben, daß neben einer Zwangsstrategie (coercive strategy) und einem wenig Erfolg versprechenden militärischen Vorgehen eine weitere Option besteht, deren Erfolgsaussichten viel höher einzuschätzen sind. Es wird für ein »nachhaltiges Engagement« (sustained engagement) geworben, welches besser imstande sein würde, die »nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten zu stärken«. Dafür werden der US-Regierung fünf Schritte empfohlen: 1. Ruf nach einem Regimewechsel durch eine langfristige Strategie ersetzen; 2. Menschenrechte im Iran durch die Unterstützung anerkannter internationaler Bemühungen stärken; 3. dem Iran – und anderen Schlüsselstaaten – einen Platz am Tisch zuzugestehen, wenn es um die Zukunft Iraks, Afghanistans und der Region geht; 4. die Atomfrage im Kontext einer breiteren amerikanisch-iranischen Öffnung thematisieren und 5. als ehrlicher Makler dem arabisch-israelischen Friedensprozeß neues Leben einhauchen.

Das unter dem Vorsitz von Thomas Pickering (ehemaliger US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, in Rußland und Israel), James F. Dob­bins (Exsondergesandter für Afghanistan) und Gary G. Sick (Nahostexperte der Columbia University) stehende AFPP zieht richtige Schlüsse aus Washingtons Iran-Strategie der letzten Dekaden und bietet eine gangbare, zumal von einer nüchternen Lageeinschätzung ausgehende und in der Tat erfolgversprechende Strategie an. Jedoch fällt ein Element auf, der einen möglichen Erfolg der sonst skizzierten Vorangehensweise ernsthaft aufs Spiel setzen könnte: »Die Verhandlungsführer sollten den Atomgesprächen eine vernünftige (reasonable) Frist setzen und die Drohung härterer Sanktionen aufrechterhalten, falls Verhandlungen scheitern.«7

Auf Ausgleich bedacht

Botschafter a.D. Pickering, der Sicherheitsexperte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Jim Walsh und Botschafter a.D. William Luers legten im Februar 2009 ebenfalls einen Vorschlag zur Lösung des Konflikts vor.8 Noch im März 2008 schlugen die Autoren in einem gemeinsamen Aufsatz vor, das »Nuklearproblem« durch eine Multinationalisierung des iranischen Atomprogramms zu lösen.9 Auch in ihrem jüngsten Papier wird eine solche Internationalisierung in der Atomfrage angestrebt, jedoch ist der darin zur Sprache kommende Kontext weiter gefaßt. So halten sie zunächst fest, daß die für die »nationale Sicherheit« der USA wichtigen Themen wie atomare Aufrüstung, die Situation im Irak und in Afghanistan allesamt einen gemeinsamen Nenner hätten – und dies sei der Iran. Sie schlagen einen diese drei Elemente integrierenden Ansatz vor, der im Zuge gegenseitiger Vertrauensbildungsmaßnahmen und der Anerkennung gemeinsamer Interessen zum Durchbruch führen soll. Diese Strategie müsse jedoch im vorhinein mit den Vetomächten des UN-Sicherheitsrats, dem UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon und mit den Partnern in der Region beraten werden. Zusätzlich müsse eine neue Institution geschaffen werden, in dessen Rahmen unter Beteiligung der USA, des Iran, der UN-Sicherheitsratsmitglieder sowie der jeweiligen Nachbarstaaten Gespräche über den Irak und Afghanistan stattfinden könnten.

Diese große Diplomatieoffensive soll jedoch erst nach den iranischen Präsidentschaftswahlen erfolgen. Bis dahin könnte Obama sein Versprechen bekräftigen, zur Lösung von globalen Problemen Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu führen, Washingtons in Artikel I des Algier-Abkommens von 1981 eingegangene Verpflichtung, sich weder politisch noch militärisch in innere Angelegenheiten des Iran einzumischen, beteuern sowie in Betracht ziehen, auf mittlerem Rang offizielle Kontakte mit Teheran zu knüpfen. Während der erste Punkt von Obama beherzigt wird, bleiben die anderen angesichts fortlaufender Geheimoperationen im Iran noch offen. Weiterhin heißt es im Papier recht zutreffend: Obgleich auch der Iran einen »aufsehenerregenden Fortschritt« bei seinem Nuklearprogramm gemacht hat, ist der Iran mit seinen bis dato 5000 Zentrifugen schwachangereicherten Urans noch einiges davon entfernt, den für den Bau einer Atombombe notwendigen Bestand angereicherten Urans herzustellen. Die Autoren kommen insgesamt zu dem Schluß: »Die USA können dem Iran Kosten auferlegen, aber sie können ihm nicht ihren Willen aufnötigen. Das Gleiche gilt für den Irak. Fortschritt setzt von beiden Seiten ein größeres Augenmerk auf Strategie als auf Taktik voraus.« Ihr Papier erntete Lob von dem Kovorsitzenden der »Iraq Study Group« Lee Hamilton, Zbigniew Brzezinski und in etwas eingeschränkter Form auch vom ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger. Die Autoren bringen es fertig, bei ihrem Ansinnen »nationale Interessen« der USA zu befördern und auch die legitimen Sicherheitsinteressen des Iran zu integrieren, wobei selbstverständlich die sich später herauskristallisierenden Einzelheiten einer genaueren Prüfung bedürfen.

Demokratie und Menschenrechte

Anfang Februar 2009 forderte die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi bei einem »Carnegie«-Auftritt in der US-Hauptstadt einen vorbedingungslosen Dialog auf drei Ebenen: zwischen den Staatsoberhäuptern, den Parlamenten und den Zivilgesellschaften, um auch die Menschenrechtsfrage zu thematisieren. Sie drückte ihre Ablehnung gegen eine militärische Intervention, gegen deren Androhung und gegen jedwede wirtschaftliche Sanktionen aus. Somit widersprach sie hinsichtlich des letzteren den Vorstellungen des sie einladenden Think-tanks. All diese Maßnahmen, unterstrich sie, schadeten der Demokratie und den Menschenrechten im Iran. Diese Aspekte bekräftigte die Menschenrechtsanwältin auch einen Monat später vor dem Europäischen Parlament, während zeitgleich der US-Präsident das 1996 unter William Clinton auferlegte unilaterale Sanktionsregime gegen den Iran um ein weiteres Jahr verlängerte. Ende April wurde dem US-Kongreß ein Gesetzeszusatz zu diesem »Iran Sanctions Act« vorgelegt, wonach Wirtschaftssanktionen gegen die im Iran aktiven ausländischen Öl- und Schiffahrtsgesellschaften verschärft werden sollen. Wenige Tage nach der Äußerung der US-Außenministerin über »lähmende Sanktionen« wäre eine militärisch durchgesetzte Blockade eine wahrscheinliche Konsequenz des im Gesetz anvisierten Einfuhrembargos. Es wird erwartet, daß das Vorhaben, das laut den Initiatoren Obama mit einer »schärferen Peitsche« in den Verhandlungen mit Iran ausstatten soll, aufgrund breiter Unterstützung beider Parteien sowie seitens Regierungsbeamten in beiden Häusern des Kongresses rasch durchgebracht werden kann. Man wartet jedoch den Zeitpunkt des »Scheiterns« der Verhandlungen ab, um dieses von der Israel-Lobby AIPAC unterstützte »Damoklesschwert« zum Einsatz zu bringen, so ein Kongreßmitarbeiter gegenüber der Jerusalem Post.10

Somit vermischen sich gut vier Wochen vor den mit Spannung erwarteten iranischen Präsidentschaftswahlen eine Rhetorik der Entspannung mit der Verschärfung der US-Sanktionen gegen Iran in einer Zeit, in der in erster Linie von Gesprächen gesprochen wird, aber Kurskorrekturen substantieller Natur, wie sie von Opponenten des Falkenlagers vorgeschlagen werden, ausbleiben.


1 James G. McGann: The Global »Go-To Think Tanks«: The Leading Public Policy Research Organizations In The World, Philadelphia: Think Tanks and Civil Societies Program, University of Pennsylvania, 2008, www.foreignpolicy.com/files/2008_Global_Go_To_Think_Tank.pdf, S. 28 f.

2 Bruce Riedel, Gary Samore: Nuclear Proliferation in the Middle East, Kap. 4, in: Restoring the Balance: A Middle East Strategy for the Next President, Dez. 2008, www.brookings.edu/projects/saban-cfr/middle_east_strategy.aspx

3 Richard N. Haass, Martin Indyk: Beyond Iraq: A New U.S. Strategy for the Middle East, Foreign Affairs, Jan./Feb. 2009

4 Iran: Time for a New Approach, Report of an Independent Task Force Sponsored by the Council on Foreign Relations, Washington: CFR, Juli 2004, hier: S. vii

5 Vgl. George Perkovich: Iran Says »No« – Now What?, Policy Brief, Nr. 63, Washington: Carnegie Endowment for International Peace, Sep. 2008. Karim Sadjadpour: Iran – Is Productive Engagement Possible?, Policy Brief, Nr. 65, Washing­ton: Carnegie Endowment for International Peace, Okt. 2008

6 Zitiert nach Engagement with Iran: Steps for the Next U.S. President, Veranstaltung der Carnegie Endowment for International Peace, Washington, 16.10.2008

7 Joint Experts’ Statement on Iran, American Foreign Policy Project, Nov. 2008, americanforeignpolicy.org/files/experts_statement_on_iran.pdf

8 Luers/Thomas R. Pickering/Jim Walsh: How to Deal with Iran, New York Review of Books, 12.2.2009. Die beiden letztgenannten Autoren waren bereits am AFPP-Papier beteiligt.

9 Luers/Thomas R. Pickerung/Jim Walsh: A Solution for the US–Iran Nuclear Standoff, New York Review of Books, 12.2.2009. Besonders wichtig sind die Anmerkungen in diesem Text. Denn in ihnen ist formuliert, daß die angestrebten Eigentumsverhältnisse des auf iranischem Territorium sich befindlichen Atomprogramms kaum die Rechte des Iran unter dem Nuklearen Nicht-Verbreitungsvertrag sowie seine Souveränität respektieren würden.

10 Hillary Leila Krieger: AIPAC Set to Push Iran Legislation at Major Conference, Jerusalem Post, 1.5.2009.

QUELLE

Ali Fathollah-Nejad (2009) “Strategen uneins“, junge Welt (Berlin), Nr. 109, 12. Mai 2009, S. 10–11.

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Playing Nuclear Politics

Posted on 20 February 2009 by Ali Fathollah-Nejad

guardian.co.uk

PRAISE

»Good piece« (Parag Khanna)


A sober analysis of Tehran’s intentions suggests the Islamic republic has little to gain from acquiring the bomb

The latest report on Iran’s nuclear programme by the International Atomic Energy Agency (IAEA) has spurred alarmist speculation about the whereabouts of the “mullahs’ bomb” just when hopes for a US–Iran rapprochement are at an all-time high.

The UN’s nuclear watchdog says Iran has only slowly increased the number of centrifuges in the last four months, with now almost 4,000 centrifuges spinning and enriching uranium at a low level (under 5%). Iran has reportedly accumulated about 1,000kg of low-enriched uranium (LEU). To produce weapons-grade material, roughly 30kg of LEU are needed for about 1kg of HEU (high-enriched uranium). A typical uranium bomb has 25 kg or more of HEU material, so Iran would theoretically be able to yield enough HEU for a nuclear device. This is what western diplomats refer to as the country’s “latent bombmaking ability”.

But from that stage to the making of a bomb, considerable technical and technological hurdles have to be overcome. Thus the head of the IAEA asserted earlier this month that there is “ample time to engage the country”. However, what is crucially important – and still rarely mentioned – is that any effort towards weaponisation would immediately be detected by the IAEA under whose close surveillance the Iranian nuclear programme is placed.

In the shadow of discussion about the alleged threat posed by Iran’s nuclear programme, a sober analysis about Tehran’s intentions and ambitions is missing. As Volker Perthes, director of the German Institute for International and Security Affairs, stated in his recent book on Iran (p113): “It can be argued that a strategic decision on the final aim of the Iranian nuclear programme has not been made.”

Adopting a realistic assessment, his predecessor, Christoph Bertram, also asserts there is no danger emanating from the programme. Bertram, a former director of the International Institute for Security Studies (IISS) clarifies in a report written for the main EU thinktank that a “nuclear Iran” would not be in Tehran’s strategic interest; on the contrary, a nuclear Iran would jeopardise the strenuously-gained political capital that it has earned since the end of the Iran-Iraq war.

Citing Israeli military strategists, Perthes writes (p61) that Iran must be understood as a “rational and ‘logically’ behaving actor”. Therefore one could argue that if Obama rejects taking the military option off the table and Israel openly threatens Iran with an attack, such menaces could provoke a militarisation of Iran’s programme for deterrence purposes. A considerable reduction of Iran’s security dilemma – such as a WMD-free zone – is thus the best way to repel the alleged nuclear ambitions of Iran.

To date there is still no evidence for an Iranian nuclear weapons programme, which was reiterated by the US’s new intelligence chief, Dennis Blair, earlier this month. A way forward would be for Tehran to implement the Additional Protocol to the Nuclear Non-Proliferation Treaty (NPT), which would allow for more intrusive inspections. Iran has signalled its willingness to do so only when its nuclear dossier is returned from the UN security council to the Vienna-based IAEA – a step that would correct its groundless referral there in the first place.

SOURCE

Fathollah-Nejad, Ali (2009) “Playing Nuclear Politics: The Islamic republic has little to gain from acquiring the bomb“, guardian.co.uk, 20 February;

▪ republished in 24Bangladesh.Com [leading Bangladeshi online newspaper], 21/02 | Payvand News, 24/02;

▪ republished as Playing Nuclear Politics with Iran, The Brunei Times, 22/02.

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↓About “Featured”↓

[en] The latest item is a documentation of 3 events, featuring Ali Fathollah-Nejad, Hillel Schenker (Co-Editor, 'Palestine–Israel Journal of Politics, Economics and Culture') and Prof. Udo Steinbach (former Director, German Orient Institute [renamed as: German Institute of Global and Area Studies GIGA], 1976–2006), held in Germany and organized by the German section of the International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW).

↓Upcoming Event↓

> 2. Juni 2012 > Berlin > 10:00 - 16:30 Uhr Diesjähriges Venedey-Forum der Friko (Friedenskoordination Berlin): 'Zündeln an der Tankstelle - Kriege und Völkerrecht' mit Norman Paech, Völkerrechtler Hamburg: "Gefährdet die 'Schutzverantwortung' das Völkerrecht?" und Ali Fathollah-Nejad, Politologe Universität London: "Wohin führen Sanktionen und Kriegsdrohungen gegen den Iran?" Ort: NaturFreundeHaus Karl-Renner, Ringstraße 76/77, 12205 Berlin

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IRAN-KONFLIKT: TEXTE VON ALI FATHOLLAH-NEJAD

> Iran: Die falsche Medizin, Blätter für deutsche und internationale Politik, Jg. 57, Nr. 4 (April 2012), S. 9–13.
> Auf Kollisionskurs mit dem Iran: Von Spektakeln, lähmenden Sanktionen und der Vorbereitung eines Krieges, Hintergrund: Das Nachrichtenmagazin, Nr. 2/2012, S. 15–19. [Fußnoten]
> Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten: Eine zivilgesellschaftliche Initiative, WeltTrends: Zeitschrift für internationale Politik, Jg. 20, Nr. 83 (März–April 2012), S. 98–99.
> Krieg gegen den Iran? Zeit für Diplomatie, Zenith Online, 4.4.2012.
> Gleichgewicht der Abrüstung: Atomwaffenfreie Zone in Westasien, The European, 19.2.2012.

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